© Foto: Pexels: Weihnachtlich gedeckter Tisch
Weihnachtlich gedeckter Tisch mit vielen Kerzen, Dekoration, Teller und Gläser. Im Hintergrund sieht man einen Christbaum.

Tourismuskern Windhaag/Fr.

Der Verein „Tourismuskern Windhaag“ rund um Obfrau Anita Fleischanderl engagiert sich vor allem für die touristische Infrastruktur und Weiterentwicklung der Gemeinde Windhaag bei Freistadt. Für unseren Rezept-Adventkalender verraten sie uns ein Rezept aus dem Buch „Großmutters Kochbuch“ von Stefanie Fleischanderl (*1917 bis 2009), sie war zeitlebens eine Windhaagerin und hat mehrere Bücher verfasst.

Das "Süße Koch"

© Foto: Tourismuskern Windhaag bei Freistadt: "Süßer Koch"
"Süßer Koch" vom Tourismuskern Windhaag bei Freistadt

Zutaten:

  • 1 l Milch
  • 6 EL Zucker
  • 1 Packerl Vanillezucker
  • 3 EL Mehl
  • Rosinen

Zubereitung:

Im Topf Milch zum Sieden bringen, 1/8 l Milch mit Mehl, Zucker und Vanillezucker zu einem Gmachtl abrühren. Die restliche Milch in das Gmachtl einrühren, ebenfalls zum Sieden bringen und gut umrühren, damit es nicht anbrennt. Wird es etwas zu dick, gibt man noch Milch dazu und lässt es zweimal gut aufkochen. Dann in eine breitgestellte Schüssel durch das Suppensieb durchseihen.

Zwischendurch sollte man kosten, ob es süß genug ist. Die gewaschenen, abgetropften Rosinen gibt man nach Wahl hinzu. Wenn die Rosinen nur ein bisschen im Koch einsinken, ist es gelungen. Streut man etwas Kristallzucker drauf, dann bekommt das Koch keine Haut.

Am besten macht man es am Abend und lässt es über Nacht an einem kalten Ort stehen. Am nächsten Tag ist es gefestigt und man kann es beim Essen schön herunterstechen. Zu Ostern kommen als Zierde noch bunte Eierzuckerl drauf.

Noch ein paar Hintergründe zum „Süßen Koch“

Das süße Koch bei Festen

Ja, das süße Koch, das durfte früher zu den Festzeiten als Nachspeise niemals fehlen. Zu Weihnachten, zu Ostern und Pfingsten kam es auf den Tisch. Auch im Herbst beim Hoarraufen und am Abend bei der großen Schmauserei. Manchmal übersah einer, dass bereits alle den Löffel in der Hand hielten, der eigene Löffel aber vom Sitznachbarn mit dem Stiel in das süße Koch gesteckt worden war. Bis der Gelackmeierte den Löffel gewaschen hatte, war die Schüssel meist schon halb leer.

Raunacht

Das süße Koch war auch in der feisten Raunacht, dem Abend vor dem Dreikönigstag, dominierend. Bei dem üppigen Nachtmahl gab es als Nachspeise das süße Koch, gleich eine große Schüssel voll.

Die zweite Schüssel voll süßem Koch war für die Bärmutter - ein alter Brauch. Diese Schüssel mit Koch kam in einem Extrastüberl mit einem Löffel auf den Tisch. Die kleine Susi fragte Mutter: „Wem gehört denn dieses Koch?“ Die Mutter sagte: „Das ist für die Bärmutter oder für die Habergeiß.“ Am nächsten Tag schlich sich das Mädchen heimlich in das Stüberl, ganz neugierig, ob das Koch noch in der Schüssel war. Aber die Schüssel war leer. Gleich berichtete sie es der Mutter. Mutter stand in der Stube und ließ ihre Blicke herumschweifen – vier Kinder waren in der Stube. Da gewahrte sie bei dem älteren Knaben, dem Lois, ein verstohlenes Lächeln. „Ja“ sagte die Mutter zur kleinen Susi, „die Bärmutter wird gewiss einen großen Hunger gehabt haben.“