© Foto: TVB Mühlviertler Alm Freistadt/Robert Diesenreither: Unterwegs in der Rennradhügelwelt Mühlviertel
Im Vordergrund ein Teil eines Rennrades. Im Hintergrund die Mühlviertler Landschaft.

Der Rennrad Leidenschaft verfallen

Martin Fischerlehner - Inhaber & Geschäftsführer von Radsport Fischerlehner

"Mich hat das Rennrad einfach vom ersten Augenblick an fasziniert", schwärmt Martin Fischerlehner von seiner Leidenschaft dem Rennradsport. Wir haben den Inhaber von Radsport Fischerlehner in seinem neuen Shop in Trölsberg in Freistadt getroffen und zum Gespräch gebeten.

Du bist ein sehr ehrgeiziger Sportler und warst auch ein Rennrad-Profi. Bist du familiär vorbelastet oder wie ist es dazu gekommen?

Ich habe 1988, damals war ich 13, mit dem Rennradfahren begonnen. In meiner Familie hat diesen Sport niemand ausgeübt, aber mich hat das Rennrad einfach vom ersten Augenblick an fasziniert. Damals gab es in Österreich nur ca. 10 professionelle Rennradfahrer, das war also etwas Besonderes. Auf mein erstes Rad habe ich lange gespart und es mir gebraucht um 4.500 Schilling gekauft.

Das Radfahren war unter anderem auch der Grund, dass ich eine Bäckerlehre gemacht habe, um tagsüber mehr Zeit fürs Training zu haben. Nach dem Bundesheer ging es dann so richtig los, da bin ich pro Jahr 80 Rennen gefahren. Das brachte mich auch nach Italien und Australien – von Freistadt in die große weite Welt, sozusagen.


In meiner Familie hat diesen Sport niemand ausgeübt, aber mich hat das Rennrad einfach vom ersten Augenblick an fasziniert.
Martin Fischerlehner

Was waren in dieser Zeit für dich die größten Erfolge?

Meine größten Erfolge waren unter anderem meine 15 Landesmeistersiege, verschiedene Etappensiege bei der Österreich-Rundfahrt und das Sprinttrikot bei der Österreich-Rundfahrt. Und natürlich auch die Qualifikation für die WM in der Schweiz. Ich fahre auch Mountainbike und habe im Jahr 2001 den ersten Granitmarathon in Kleinzell gewonnen, das war insbesondere etwas Besonderes, weil ich da den späteren WM-Fahrer geschlagen habe.

In dieser Zeit und auch jetzt noch fasziniert es mich ein Ziel zu verfolgen und mit aller Energie dran zu bleiben. Das erwarte ich mir auch von anderen, macht es aber um ehrlich zu sein nicht immer einfach. Ich gebe immer mehr als 100 %. Und ich bin der festen Überzeugung dass man alles was man gerne macht, gut macht.

© Foto: TVB Mühlviertler Alm Freistadt: Martin Fischerlehner in seinem neuen Radsportgeschäft
Martin Fischerlehner im Schauraum seines neuen Radsportgeschäftes.

Wie ging es dann weiter?

Mit 30 Jahren hab ich mit dem Profiradsport aufgehört, ein Jahr später, im Jahr 2006 hab ich mich dann selbständig gemacht und das Geschäft „Radsport Fischerlehner“ gegründet. 15 Jahre lang war unser Standort in der Kubinstraße in Freistadt. Seit Juli sind wir in unserem neuen Shop in Trölsberg.

Nach dem Beenden meiner Rennradkarriere wollte ich drei Jahre nach dem Aufhören immer wieder Rennen fahren, der Körper gewöhnt sich dran und es ist wirklich so, dass Sport süchtig macht. Jetzt unterstütze ich gemeinsam mit meinem Freund Rainer Waldmann (Leiter Sportmedizin Olympiazentrum OÖ) aus Alberndorf den jungen Rennradfahrer Alex Czepl. Das macht auch sehr viel Freude.

Wie siehst du das Mühlviertel aus Perspektive eines Rennradfahrers?

Eindeutig das Beste was es gibt. Ich war schon vor 15 Jahren mit dem Tourismusverband bezüglich Rennrad-Touren in Kontakt, weil ich damals schon der Überzeugung war, wie wichtig solche Touren für die Region sind. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt viele Touren gibt. Die Tour de Alm Road bin ich letztes Jahr gefahren, sie hat mir sehr gut gefallen. Das Mühlviertel eignet sich extrem gut, es ist noch etwas unentdeckt, wir haben nicht so viel Verkehr und tolle Straßen zum Rennradfahren. Radfahren ist weit verbreitet, das macht wirklich fast jeder. Corona hat zusätzlich noch viele weitere zu diesem Sport gebracht.


Das Mühlviertel eignet sich extrem gut, es ist noch etwas unentdeckt, wir haben nicht so viel Verkehr und tolle Straßen zum Rennradfahren.

Du wohnst mit deiner Familie in St. Oswald bei Freistadt. Gibt es da ein paar Plätze, zu denen ihr gerne unterwegs seid?

Also grundsätzlich bin ich am allerliebsten mit dem Rad unterwegs, zu Fuß gehen ist für mich fast eine Bestrafung (lacht). Mit meiner Familie fahre ich sehr gerne in die Zelletau, da gibt es jetzt auch eine neue MTB-Tour die durchführt. Und auf den Braunberg fahre ich auch sehr gerne und oft.

Wenn du drei Wünsche frei hättest, was würdest du dir für unsere Region wünschen?

  • Einen Mountainbike-Parcours für Kinder
  • Bravere Autofahrer, mehr Toleranz den Radfahrern gegenüber
  • Touristisch gesehen wünsche ich mir, dass das Radfahren eine noch größere Bedeutung bekommt. Die Basis ist da und jetzt muss diese weiterentwickelt werden.